Wann eine Beratung sinnvoll ist

Wer sich an mich wendet, ist mit Fragen beschäftigt, die sich im üblichen Rahmen nicht beantworten lassen

Eine wegweisende – oft lebensverändernde – Entscheidung muss getroffen werden

Man steht an einer Schwelle, einem möglichen Übergang in ein anderes Leben

Wer sich in einer solchen Situation wiederfindet, ist mit großem Leidensdruck konfrontiert – und gleichzeitig mit dem Gefühl, völlig im Dunkeln zu tappen

Die Zukunft ist ungewiss, die Angst groß

Dazu kommt: die Fähigkeiten, die erforderlich sind, um den gefahrvollen Weg ins neue Leben zu meistern, sind meist noch nicht entwickelt. Das verstärkt die Angst vor dem Unbekannten

Diese Erfahrung – und die damit verbundenen Ängste – gehören zu unserer Conditio Humana. Prognostische Techniken wie Tarot und Traumdeutung sind deshalb Teil unseres menschlichen Erbes

Was geschieht

Tarot und Traumdeutung ermöglichen einen direkten Dialog mit unserer „weisen Inneren Stimme“, die uns durch das Leben leitet und zu Entscheidungen drängt, die unserem wahren Wesen entsprechen

Diese „weise Innere Stimme“ ist eine uralte archaische Kraft, die nicht den Gesetzen des Verstandes unterworfen ist, sondern Emotionen und Erfahrungen hoch symbolisch in metaphorischen Bildern verarbeitet

Die reiche Bildsprache des Tarot – und die Bilderwelt der Träume – transferieren diese unbewussten Inhalte in ein Medium, das sich lesen und interpretieren lässt

Was Sie erwartet

Erstberatung

Menschen, die mich erstmals um eine Kartenlegung bitten, möchte ich gerne vorab kennenlernen und erfahren, welche Fragestellung sie motiviert

Zu diesem Zweck erhalten Interessenten einen Fragebogen. Alle Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt

Im Fragebogen bitte ich um einen Traum. Wenn Ihnen kein Traum erinnerbar ist, ist das kein Problem. Sollten Sie kurz vor dem Termin einen einprägsamen Traum träumen, freue ich mich, wenn Sie ihn aufschreiben und zur Erstberatung mitbringen

Erstberatungen dauern immer 90 Minuten, damit ein gegenseitiges Kennenlernen und eine Einführung in meine Arbeit möglich ist

Folge-Sitzungen

Folgesitzungen dauern üblicherweise 60 Minuten. Auch für diese verschicke ich vorab einen kurzen Fragebogen

Bei komplexeren Problemen und langen komplizierten Träumen rate ich zur Buchung eines 90minütigen Termins. In diesem Fall ist der vorab ausgefüllte Fragebogen besonders hilfreich für eine zieführende Arbeit während der Sitzung

Lege-Techniken

Ich beherrsche eine Reihe von Legetechniken. Anhand der aktuellen Fragestellung entscheide ich, welche dieser Techniken am sinnvollsten ist. Ein weiterer Grund, den Fragebogen detailliert auszufüllen

Tarot-Sets

Für die Legungen benutze ich drei verschiedene Tarot-Sets

Neulingen, die noch nie eine Tarot-Legung bekommen habe, empfehle ich das klassische Rider-Waite-Tarot. Die Bildsprache dieses Tarot ist klar und zugänglich

Menschen, denen das Crowley-Tarot vertraut ist, biete ich Legungen damit an. Das Crowley-Tarot ist aufgrund seiner abstrakten Bildsprache nicht für Anfänger geeignet

Desweiteren sind Legungen mit dem „Mother-Peace-Tarot“ möglich, einem feministischen Tarot-Set, dessen Karten rund sind. Manche Menschen fühlen sich mit diesem Tarot am wohlsten. Die Bildsprache ist klar und unkompliziert, man braucht keine Vorerfahrung, um sie zu verstehen

Mischen und Auslegen der Karten

Wenn Tarot-Set und Legesystem gewählt sind, geht es weiter mit dem Mischen der Karten

In der persönlichen Beratung bei mir im Pfarrhof mischen die KlientInnen die Karten selbst

Erfolgt die Beratung über Zoom, mische ich die Karten. Üblicherweise tue ich das, während mir KlientInnen ihr persönliches Problem und ihre Fragestellung schildern. Diese Kartenlegungen sind ebenfalls aussagekräftig

Interpretation der Karten-Legung

Wenn die Karten ausgelegt sind, arbeite ich diese zusammen mit dem/der KlientIn durch

Das geschieht in einem Dialog: Ich stelle die möglichen Bedeutungen jeder Karte vor. Danach entwickeln wir gemeinsam eine stimmige Interpretation: erst der einzelnen Karten, danach der gesamten Legung

Mit einer Zusammenfassung der Kernbotschaft der Kartenlegung und daraus abgeleitetem Rat, was als nächstes zu tun ist, endet die Sitzung

Schriftliche Zusammenfassung der Legung

Im Nachgang erhalten KlientInnen eine schriftliche Zusammenfassung der Sitzung im Umfang von ein bis zwei Seiten

Träume

Ich freue mich immer über Träume! Trauminhalte fließen in die Interpretation der aktuellen Tarotkarten-Legung mit ein

Für wen die Methode geeignet ist — und für wen nicht

Tarot und Traumdeutung sind hilfreiche Methoden für Menschen, die visuell veranlagt sind. Wer gerne mit Metaphern und Bildern spielt, flexibel sowie offen für neue Erfahrungen ist, wird eine Tarotlegung und eine Traumdeutung als Gewinn erleben

Weniger geeignet ist die Technik für Menschen, die ihre Entscheidungen rational organisieren und sich mit Struktur und klarer Einordnung von Inhalten am wohlsten fühlen

Ungeeignet ist die Methode für Menschen, die sehr suggestibel sind. Die reiche Bildsprache des Tarot und der Träume regt das Unbewusste stark an. Das Tarot liefert – wie jede prognostische Technik – Impulse, keine klaren Antworten. Wer an einer psychischen Erkrankung des schizophrenen Spektrums leidet, bzw. gefährdet ist, von unbewussten Inhalten überschwemmt zu werden und den Realitätsbezug zu verlieren, dem ist von einer Sitzung dringend abzuraten

Da ich keine Psychotherapeutin oder Ärztin bin, kann ich KlientInnen mit diesen Voraussetzungen nicht angemessen betreuen

Mögliche Nebenwirkungen

Eine Tarot- bzw. Traumdeutungssitzung kann eine starke, manchmal geradezu überwältigende Erfahrung sein

Das Unbewusste wird stark angeregt

Auch die Konfrontation mit neuen Fragen, oder Problemstellungen, denen man zuvor ausgewichen ist, können das Resultat einer Sitzung sein

Klientinnen berichten vor und nach Sitzungen von besonders intensiven Träumen und Emotionen. Alte, bisher verdrängte Ängste und Erinnerungen können an die Oberfläche kommen

Das alles ist Teil eines tiefen Heilungsprozesses

Meist beruhigt sich das Nervensystem nach einigen Tagen wieder. Als Unterstützung sind Yoga, Autogenes Training, Meditation und eine gesunde Schlafhygiene hilfreich. Das Führen eines Traumtagebuchs, bzw. das tägliche Schreiben eines Journals, in dem die aktuellen Verarbeitungsprozesse ohne Wertung dokumentiert werden, kann ebenfalls sinnvoll sein, um den Heilungsprozess zu begleiten

In einzelnen Fällen sind die Folgewirkungen so massiv, dass psychotherapeutische Unterstützung angezeigt ist

Empfehlung

Direkt vor und in den Tagen nach einer Sitzung empfiehlt es sich, eine Phase der Stille und Abgeschiedenheit einzuplanen

Zur Einordnung

Orakel und Traumdeutung sind keine Erfindungen der modernen Esoterik. Sie gehören zu den ältesten Initiationstechniken der Menschheit — Werkzeuge, die den Übergang von einer Lebensphase in die nächste begleiten

Der Begriff Initiation leitet sich vom lateinischen initium ab und bedeutet „Einführung“ oder „Einweihung“ — eine radikale Umwandlung des Status eines Individuums. Diese Übergangsriten folgen drei Phasen: die Trennung vom alten Status, die Schwellenphase der Liminalität, und die Wiedereingliederung in einen neuen Status

In indigenen Kulturen weltweit war diese Begleitung durch Übergangsriten selbstverständlich. Für viele Naturvölker sind Träume und Orakel ein direkter Kontakt zur spirituellen Welt und geben den Menschen wertvolle Informationen zu ihrem Lebensweg, zu Heilung oder zu zukünftigen Ereignissen. Was wir heute als „Esoterik“ bezeichnen, war einst ein menschliches Grundbedürfnis — die begleitete Reise durch die unvermeidlichen Schwellen des Lebens

In unserer westlichen Kultur ist dieses Begleitungsangebot weitgehend verloren gegangen. Die Schwellenerfahrungen jedoch sind geblieben

Biologisch-biografische Schwellen: Pubertät, Schwangerschaft und Geburt, Wechseljahre, das Älterwerden, der eigene Tod und der Tod nahestehender Menschen

Beziehungsschwellen: Sich verlieben, Trennung und Scheidung, das Erwachsenwerden der Kinder und der „leere Nest“-Moment, der Verlust einer wichtigen Beziehung durch Tod oder Entfremdung

Existenzielle Krisen: Schwere Krankheit, Burnout, Depression — Momente wo das bisherige Leben zusammenbricht und neu gebaut werden muss

Soziale und berufliche Schwellen: Berufseinstieg, Kündigung oder Entlassung, Ruhestand, Scheitern eines Projekts oder Unternehmens, Migration und Entwurzelung

Spirituelle Schwellen Glaubensverlust, religiöse Konversion, mystische Erfahrungen, tiefe Meditationserfahrungen — Momente wo das bisherige Weltbild nicht mehr trägt

Das Besondere der Moderne: Anders als in traditionellen Kulturen durchlebt man diese Schwellen meist allein, ohne Ritual, ohne Gemeinschaft und ohne Begleitung. Die Liminalität — die Schwellenphase zwischen dem alten und dem neuen Leben — kann sich dadurch endlos in die Länge ziehen oder wird gar nicht als solche erkannt

Tarot und Traumdeutung sind ein Versuch, diese uralte Begleitung in Schwellensituationen wieder zugänglich zu machen